Adam’s Peak

Nachdem wir zwei Nächte in Kandy verbrachten, ging es weiter zum Adam’s Peak. Wir fuhren durch wundervolle Landschaften Richtung Hochland und es wurde deutlich kälter. Gegen Abend erreichten wir unser Homestay.

Der Adam’s Peak oder auch Sri Padaya ist der bekannteste Berg Sri Lankas und ein sehr heiliger Ort. Mit seinen 2.243 Metern Höhe und über 5.200 Stufen, erwartete uns ein mehr als außergewöhnlicher Aufstieg. Am Gipfel befindet sich der Fußabdruck des Buddha (Sri Pada), so glauben es die Buddhisten. Die Hindus wiederum schreiben ihn dem Gott Shiva zu. Im Christentum soll es der von Adam sein.

Pali, unser Guide und mittlerweile lieb-gewonnener Freund,  erzählte uns, dass es hier vor ca. 15 Jahren noch keine Hotels gab. Damals musste er mitten in der Nacht, seine Gäste zum Startpunkt fahren und schlief dann ca. 5 Stunden im Auto. Heute ist das etwas leichter. So kann Pali in Ruhe weiter schlafen, während wir uns um 02:30 morgens zum Aufstieg bereit machten. Am Vorabend haben wir Gail, ein Mädchen aus London kennen gelernt. Wir verabredeten uns, den Berg gemeinsam zu bezwingen.

Die Atmosphäre war magisch, als wir pünktlich zu dritt losmarschierten. Die Sterne waren klar, die Grillen laut und hier und da ertönten die morgendliche Gebete aus den Hütten der Einheimischen. Der Weg nach oben ist fast durchgängig mit Laternen beleuchtet, allerdings nur zur Pilger-Saison. Diese beginnt mit dem Dezember-Vollmond und endet mit dem letzten Mai-Vollmond.

Dank Pali haben wir noch einiges mehr erfahren dürfen. Er erzählte uns am Vorabend (bei einer Flasche Whisky), das jeder Buddhist, der noch nie auf dem Gipfel des Sri Padaya war, eine Person dabei haben muss, welche bereits oben war. Die Neulinge und Pilger, spannen am Fuße der tieferen Treppen, weiße Fäden und sprechen dabei ihre Wünsche aus. Früher wusste niemand, ob er vom Aufstieg zurückkehren werde und was ihm am Gipfel erwartet. Pali selbst war schon 3 Mal oben, um den Fußabdruck Buddhas zu sehen.

Die erste Stunde aufwärts war relativ einfach zu begehen, aber mit der Zeit wurde es echt anstrengend… Sooo viele Stufen…! Über 5.000 alle hintereinander und jede anders. Kleine, große, schiefe und gebrochene Stufen – so viele Stufen! Unterwegs begegneten uns immer wieder Einheimische mit ihren Babies und Kindern, welche sie auf ihren Schultern und Armen den Berg hoch trugen. Viele von ihnen gingen die Stufen Barfuß, was bei ca. 10 Grad wahrlich nicht angenehm sein konnte. Jeder half und motivierte einander. Einige haben sich zwischendurch einfach hingesetzt und geschlafen. Der Aufstieg war gegen Ende wirklich hart und sehr anstrengend. Nach 3 Stunden und 15 Minuten, mit vielen Pausen und Schweiß, haben wir es geschafft!

Sehr viele Menschen waren bereits auf dem doch sehr kleinen Gipfel. Jeder wollte den besten Platz ergattern. Leider konnten wir den Fußabdruck nicht sehen, aber dafür hatten wir einen schönen Platz um den Sonnenaufgang zu beobachten. Wir sind um 2:30 Uhr los gelaufen und um 6:14 Uhr schaute die Sonne hinter den tiefen Wolken hervor und erhellte die Gesichter der Menschen, die freudig auf den letzten Stufen saßen und die wundervolle Aussicht genossen. Die Atmosphäre war atemberaubend. Dennoch waren wir alle sehr erschöpft. In den feuchten Klamotten war es kalt. Der Ausblick war toll, aber leider waren doch zu viele Menschen oben. Beim Adam’s Peak geht es darum, dass der Weg das Ziel ist. Besiege deinen inneren Schweinehund und dein Geist wird frei sein.

Der Abstieg, war mindestens genauso hart. 2 Stunden all die Stufen wieder runter. Unsere Knie schmerzten extrem. Gegen halb 9 kamen wir im Homestay an. Das Frühstück war an diesem morgen besonders gut und wir sind mehr als stolz auf uns den Sri Padaya bezwungen zu haben! Auf dem Weg mit dem Auto nach Nuwara Eliya schliefen wir tief und fest und der einwöchige Muskelkater machte sich bereits bemerkbar. Der Adam’s Peak war für uns eine der wundervollsten Erfahrungen unseres Lebens und ist nur zu empfehlen! 🙂

Viele Grüße
Anna & Giuli

1 Kommentar zu “Adam’s Peak

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