Über den Mekong nach Luang Prabang

Unsere Reise durch den Norden Laos startete in Houay Xai. Von hier ging es dann die nächsten zwei Tage weiter mit dem Slowboat nach Luang Prabang.

Nach einer grausam schlechten Nacht in unserem Hotel in Houay Xai, welches komplett mit Schimmel übersäht war, sind wir früh aufgestanden und an den Pier gelaufen. Wir wollten früh dort sein um uns weit oben in die Sitzplatz-Liste des Bootes einzutragen. Die Liste ist wie eine Art Gästeliste, wer ganz oben steht bekommt die besten Plätze. Wir haben Platz 15 + 16 bekommen, bei mehr als 100 Plätzen an Bord eigentlich ganz gut. Die Sitze sind alles ausrangierte Bussitze und dementsprechend mehr oder weniger bequem. Abfahrtszeit war 11:30 Uhr und da wir früh dran waren, gingen wir erstmal Frühstücken und beobachteten aus der Ferne das Treiben am Pier.

Nach unserem Frühstück (laotische Nudelsuppe) gingen wir zurück an Bord und mussten leider feststellen, dass sich die Sitzplatznummern seltsamerweise geändert haben… Einige der Passagiere haben die Nummern, welche handschriftlich auf Zetteln auf den Plätzen lagen, absichtlich vertauscht. Somit war es hinfällig wer welchen Sitzplatz hatte und jeder setzt sich dort hin wo er Platz bekam. Wir haben uns auf die ersten beiden Plätze gesetzt (First Class) und hatten somit wahrscheinlich die besten Plätze an Bord 🙂 Die Gäste die weiter hinten saßen, hatten mit dem extrem lauten Schiffsmotor zu kämpfen und wir … nur mit lauten und trinkenden Backpackern, die aber an sich ganz lustig waren. Die Fahrt im Slowboat war angenehmer als eine Busfahrt.

Nach 6 Stunden kamen wir in Pak Beng an. Das kleine Städtchen ist wie Houay Xai nicht wirklich attraktiv und dient nur als Durchreiseort. Abfahrtszeit für den nächsten morgen war 8:30 Uhr. Diesmal hieß die Sitzplatz-Regel “First come, first serve”. Wir waren deshalb um 7:45 Uhr an Bord und waren tatsächlich mit unter den Ersten! 🙂 Wir konnten uns also aussuchen wo wir sitzen und haben erneut die First Class gewählt. Die anderen Passagiere mussten uns mittlerweile hassen, aber gut – wer kann der kann 🙂 Nach einer Verspätung von etwa einer Stunde, haben wir um 9:30 Uhr abgelegt. Die Aufteilung der Passagiere war gleich – die lonely Backpacker, waren wieder vor uns auf der Freifläche, mit etwas mehr Alkohol intus und hinter uns saß der Rest der Nationen. Die die zu spät kamen, mussten sich mit dem sehr lauten Maschinenraum im hinteren Teil des Bootes zufrieden geben. Die Fahrt von Pak Beng nach Luang Prabang dauerte ca. 8 Stunden. Zwischendurch haben wir immer wieder gehalten, da ein paar Laoten an Land gingen oder zustiegen. Folgende Nationen waren auf dem Boot vertreten: Neben den schüchternen Laoten, Australier, Österreicher, Italiener, Franzosen, Deutsche, Russen, Polen, Kanadier, Amerikaner, Briten, ein Koreaner u.v.m. nur keine Chinesen … was auch mal ganz nett war 😉

Die ersten beiden Bilder zeigen Pak Beng und seinen Hafen. Das letzte Bild zeigt Kinder am Ufer des Mekongs in Laos, während unser Boot einen kurzen Stopp machte. Noch bevor wir das Ufer erreichten, schwammen die Kleinen zum Boot. Manche von ihnen blieben am Strand, andere trauten sich direkt an das Boot heran. Sie hatten selbstgemachte Armbänder zu verkaufen. Es ist eines dieser Bilder die uns im Kopf bleiben. Die Kinder waren nicht glücklich. Man konnte die Angst und Hilflosigkeit in ihren Augen sehen. Es ist schwer zu erklären was in diesem Moment passierte, aber es war klar, dass wir und all die anderen Touris an Bord „auf einer anderen Seite“ sitzen. Diese Erkenntnis ist schwer zu verarbeiten und man fühlt sich machtlos und schlecht. Das Bild soll nicht urteilen sondern zum Nachdenken anregen. Es zeigt das es da draußen eine andere Welt gibt, wie sie uns oftmals nicht bewusst ist.

Wenn man genug Zeit hat, können wir diese Überreise von Thailand nach Laos wirklich empfehlen. Sie schont den Geldbeutel, ist ein schöne Abwechslung zum Busfahren und die Stunden im Slowboat sind auszuhalten. Das Visa on arrival bekommt man einfach und ohne Probleme bei der Überfahrt von Chiang Rai nach Houay Xai an der Grenze und alles andere ist mit etwas vorab Recherche ebenfalls machbar.

In Luang Prabang angekommen, hatten wir schönes und warmes Wetter. Die Stadt gilt als einer der schönsten in ganz Südostasien und hat uns auf anhieb gut gefallen. Sie lädt zum relaxen und bummeln ein. Der Nightmarket ist ein weiteres Highlight. Leider waren wir nur 4 Tage dort und Luang Prabang war unser letzter Stop in Laos.

Unser absolutes Highlight in Laos waren die Kuang Si Waterfalls ca. 1 Stunde von Luang Prabang entfernt. Die Wasserfälle sind wirklich beeindruckend. Man konnte dort schwimmen oder weiter hoch auf den Wasserfall steigen. Oben haben wir eine Abzweigung in den Dschungel genommen. Hier waren wir tatsächlich die einzigen weit und breit. Nach ca. 20 Minuten entdeckten wir einen kleinen See inmitten des Waldes. Auch hier waren nicht mehr als 4 Leute die sich ein Bad gönnten. Das Wasser war herrlich und bei ca. 34 Grad Außentemperatur mehr als angenehm. Ein richtiger Geheimtipp zum Entspannen. Nach einer Weile bekamen wir allerdings Besuch – eine Kuhherde, bestehend aus 7 Kühen, kannte diesen Geheimtipp ebenfalls und machte sich am Wasser breit, trank und ließ sich nicht weiter stören. Es war ein sehr schöner Moment ganz im Einklang mit der Natur. Nach weiteren 20 Minuten quer durch den Dschungel, hörten wir von weiten Bob Marley und sahen kleine Hütten an einem Bach. Ein weiterer verrückter, Ort mitten im Dickicht! Nach einem Snack ging es ca. 200 Meter weiter zu den Spring Water Cave … Ein krasser Ort, den irgendwie sonst kein anderer bemerkte. Kein Mensch war dort, nur wir und das dunkle Loch im Fels. Giuli ist als erster rein, bewaffnet mit einer Taschenlampe und einer Banane. Anna hat unheimliche Angst im dunkeln, ist aber nach langem zögern doch gefolgt. Die Höhle ist ca. 200 Meter tief und stockdunkel. Nach ein paar Minuten traf das Licht der Taschenlampen auf zwei goldene Buddha Statuen, welche in der letzten Ecke der Höhle saßen und in Ruhe meditierten. Das war irgendwie unheimlich… ein Summen… vor Annas Taschenlampe flog etwas, eine übergroße Hummel, welche eine direkte Panik Attacke bei ihr auslöste 😀 Anna wollte einfach nur noch raus und hätte sich dabei fast umgebracht (war wirklich sehr dramatisch, aber zum Glück war Giuli ja da ;)) Wir wissen nun, dass man in einer dunklen Höhle mit tiefen Decken und Steinen nicht einfach los rennen sollte. Damit ging ein aufregender und wunderschöner Tag zu Ende und leider auch unsere Zeit in Laos.

Hier noch ein kleiner Foodtipp:
Larp (Laap) ist das Nationalgericht der Laoten und schmeckt überragend! Gehacktes Fleisch oder Fisch mit vielen Gewürzen, Minze, Zitronengras, Koriander, Chilis und vieles mehr. Müsst ihr unbedingt probieren!

Nun sind wir schon ein paar Tage in Vietnam und haben hier das Neujahr gefeiert! Dazu bestimmt bald der nächste Blogbeitrag (ja, wir lassen uns Zeit ;)).

Wir vermissen alle unsere Lieben und denken viel an euch! Kommt her, wenn es euch in Deutschland zu kalt wird 😉

Love,
Anna & Giuli

2 Kommentare zu “Über den Mekong nach Luang Prabang

  1. Marco Dos Santos Ippolito

    Richtig schön:)))
    Vermisse euch.
    Euer Marco

  2. Ich kann mir das so gut vorstellen wie es in der Hölle abgegangen ist 🤣🤣🤣 ich vermisse euch schrecklich aber ihr habt die Zeit eures Lebens und das tröstet ein wenig 😘😘

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.